Brüssel - Trotz Europas Bemühungen beim Energiesparen rechnet die Europäische Union mit weiter steigenden Erdöl-Einfuhren.
«Wir werden künftig mehr Erdöl importieren ungeachtet unserer Energiepolitik», sagte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs nach einem Treffen mit Spitzenvertretern der Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) am Dienstag in Brüssel.
Für die EU-Ratspräsidentschaft bestätigte der slowenische Wirtschaftsminister Andrej Vizjak diese Erwartung. Allenfalls langfristig könnte das EU-Paket zu Energiepolitik und Klimaschutz «vielleicht eine leichte Senkung» des Ölverbrauchs in Europa bewirken, sagte Vizjak. Jedenfalls müsse die EU alternative Energieträger fördern, den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) senken und Energie wirksamer einsetzen.
Diese Strategie habe ihr Gutes, sagte der OPEC-Präsident und algerische Energieminister Chakib Khelil. «Die EU sollte auf diesem Weg weitergehen», fügte Khelil hinzu. Die OPEC sei aber über die hohen Ölpreise besorgt, denn diese bremsten die Nachfrage. Khelil betonte, Angebot und Nachfrage hielten sich derzeit die Waage.
Den hohen Rohöl-Preis von zuletzt rund 138 Dollar pro Barrel (159 Liter) erklärte Khelil mit spekulativen Geschäften: Investment-Fonds könnten mit Hypotheken-Krediten in den USA nicht mehr die gewohnten Profite machen und hätten sich auf Rohstoffe verlegt. Auch die Beimischung von Biosprit und die Verschlechterung der geopolitischen Lage hätten die Märkte beeinflusst.
Die künftige Entwicklung des Ölpreises ist Khelil zufolge nicht abzuschätzen: «Der Markt wartet ab, wie sich der Dollar im Juli weiter entwickelt.» Der französische Umweltminister Jean-Louis Borloo meinte als Vertreter des EU-Ratsvorsitzes im zweiten Halbjahr: «Der Markt funktioniert recht gut.» Borloo rief zugleich zur Gründung eines «aktiven, weltweiten Energiepakts» auf.
Quelle: dpa
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