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G8 beim Klimaschutz abgehängt - WWF: Treffen der 'Major Economies' sinnlos (09.07.2008)

Berlin / Toyako - Für den WWF war das "Major Economies Meeting" der Industrieländer (G8) mit den fünf wichtigsten Schwellenländern sowie Australien, Indonesien und Südkorea, durch die bescheidenen Klimaschutzbeschlüssen der G8 "Zeitverschwendung". Das Treffen habe mehr zu Verwirrung des G8-Prozesses und weiterer wichtiger internationaler Verhandlungen für ein neues Klimaabkommen geführt.


G8-Gipfel in ToyakoDer WWF macht die Haltung der G8 für den Stillstand der Gespräche verantwortlich. Brasilien, Indien, China, Mexico und Südafrika haben die Bereitschaft signalisiert, den Kampf gegen den Klimawandel zu intensivieren. Zugleich forderten sie die Industrieländer auf, die Emissionen um 80 bis 95 Prozent bis 2050 zu senken. Diese Forderung sei mehr als gerechtfertigt. Der WWF drängt zur Eile. Bis 2020 müssen die Emissionen in den Industrieländern um 25 bis 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

"Die reichen Staaten taktieren und vergessen dabei, dass das Überleben des Planeten von ihrer Führungsqualität abhängt. Offenbar verstehen derzeit vor allem die Schwellenländer die Bedeutung der Problematik und signalisieren Handlungsbereitschaft", sagt Regine Günther, Leiterin des Klimabereichs beim WWF Deutschland. Die Ankündigung der Schwellenländer belege ihr hohes Engagement in den vergangenen Wochen und Monaten. Diese Anstrengung könnten die Industriestaaten nicht länger ignorieren.

WWFDer WWF kritisierte zudem das Fehlen von Reduktionszielen mit einer mittelfristigen Reichweite bis 2020 als Ergebnis des G8-Gipfels. Alleine das Ziel einer Halbierung der Treibhausgase bis 2050 ohne Basisjahr sei nicht ausreichend. Der WWF fordert die G8-Staaten auf, die Anstrengungen gegen den globalen Klimawandel deutlich zu intensivieren.

„Lediglich eine Bestätigung der Vereinbarungen des Gipfels vom Vorjahr in Heiligendamm, kann kaum als bedeutendes Ergebnis gewertet werden“, kritisiert Regine Günther, Leiterin des WWF Klimaprogramms in Deutschland. „Die minimalen Fortschritte nach einem Jahr voller Minister-Treffen und Verhandlungen sind nicht nur eine verpasste Chance, sondern bleiben auch auf unverantwortliche Weise hinter den Notwendigkeiten zurück, um Menschen und Natur vor dem Klimawandel zu schützen.“

Der WWF erinnert die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten daran, dass die Wissenschaft eindeutig belegt habe, dass die schlimmsten Folgen des Klimawandels nur abgewendet werden könnten, wenn der weltweite Treibhausgasausstoß bis 2050 um wesentlich mehr als um die Hälfte gegenüber 1990 reduziert werde. Die reichen Industrienationen müssten als ersten Schritt ihre Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent vermindern. Diese entscheidenden und wichtigen Maßnahmen würden von dem aktuellen G8-Beschluss nicht ansatzweise widergespiegelt.

Der WWF kritisierte zudem das Fehlen von Reduktionszielen mit einer mittelfristigen Reichweite bis 2020 als Ergebnis des G8-Gipfels. Quelle: pixelio, bopa 7030„Die G8-Staaten sind für 62 Prozent des bisher weltweit ausgestoßenen Kohlendioxids verantwortlich. Das macht sie zum Hauptverursacher des globalen Klimawandels und zum größten Teil des Problems“, ergänzt Regine Günther. „Die G8-Staaten nehmen ihre Verantwortung nicht wahr und verweigern die notwendige Führungsrolle im Kampf gegen den Klimawandel. “

Trotz des Stillstands bei den G8-Verhandlungen in Toyako, ruft der WWF die Schwellenländer auf, sich weiterhin aktiv in die globalen Klimaverhandlungen einzubringen. Die Klimakonferenzen der UNFCCC in Accra und Poznan in diesem Jahr müssen ein starkes weltweites Abkommen zum Schutz des Klimas vorantreiben.

"Die MEM-Verhandlungen wurden von der US-Regierung ins Leben gerufen, um die öffentliche Aufmerksamkeit von der fatalen Klimapolitik von Präsident George Bush abzulenken", erläutert Regine Günther. "Mit dem Finger auf Entwicklungsländer zu zeigen und sie für steigende Emissionen verantwortlich zu machen, führt nicht weiter." Im Gegenteil: es sei beschämend, so von der eigenen Verantwortung mit einem sehr hohen Ausstoß von Klimagasen durch die USA abzulenken. Der amerikanische Pro-Kopf-Ausstieg an Treibhausgasen sei derzeit der höchste weltweit. Vor diesem Hintergrund mache es keinen Sinn, die MEM-Gespräche fortzusetzen.


Quelle: WWF


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