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Nairobi - Angesichts der hohen Benzinpreise überlegen sich selbst eingefleischte Autofahrer zunehmend den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel und Fahrradeinkäufe, die Heizkostenrechnung lässt vor dem nächsten Winter bangen.
Doch die Kostenexplosion im Erdölbereich erweist sich einer Studie des UN-Umweltprogramms UNEP in Nairobi zufolge als Chance für nachhaltige Energiequellen.
Energie aus Sonne, Wind und Wasser wird nicht länger als Nischenthema belächelt, sondern als Zukunftspotenzial betrachtet. Trotz aller Kontroversen um die weltweite Lebensmittelpreiskrise ist Biosprit für Produzenten und Investoren zunehmend attraktiv.
Einem vor wenigen Wochen veröffentlichten UNEP-Bericht zufolge haben die weltweiten Investitionen in nachhaltige Energien im vergangenen Jahr Rekorde gebrochen. Knapp 205 Milliarden Dollar wurden in den Bereich investiert. Das seien 60 Prozent mehr als noch 2006. Und auch im laufenden Jahr setze sich der Investitionsboom trotz aller Turbulenzen auf den Finanzmärkten fort. Die Zahlen bis Ende Juni liegen dem Bericht zufolge leicht über denen des Jahres 2007. Vor allem Windenergie zieht nach Angaben des Berichtes Investoren an.
«Die Investitionen haben nicht nur zugenommen, sondern sich ausgeweitet und differenziert», heißt es in dem Bericht. Auch fragten Anleger verstärkt nach «grünen» Fonds, in die sie investieren wollen. Waren in den vergangenen Jahren vor allem die Europäer Vorreiter beim Einsatz nachhaltiger Energien, sei nun ein wachsendes Interesse in China und den USA zu verzeichnen. So habe es in China Investitionen in Höhe von mehr als zehn Milliarden Dollar in erneuerbare Energien gegeben. Wasserkraftwerke wurden hierbei nicht einberechnet.
«Im Jahr 2007 hat Windenergie mehr Investitionen angezogen als Atom- und Wasserkraftwerke», heißt es in der UNEP-Studie. Unter den neuen Kraftwerksbauten des vergangenen Jahres entfielen 23 Prozent oder 31 Gigawatt auf nachhaltige Energien. Im März 2008 verfügten die weltweit errichteten Windkraftanlagen dem Bericht zufolge über eine Gesamtkapazität von mehr als 100 Gigawatt.
Ein besonders schnelles Wachstum um 250 Prozent sei 2007 im Solarbereich zu beobachten gewesen, der aber insgesamt noch deutlich hinter der Windkraft liege und derzeit noch stark subventionsabhängig sei.
Selbst in Afrika, dem Kontinent mit der am schlechtesten entwickelten Infrastruktur mit Millionen Menschen ohne Zugang zu Elektrizität, konnten die UNEP-Analysten erste hoffnungsvolle Ansätze zur Nutzung nachhaltiger Energien feststellen. So sei die Entwicklung von Solaranlagen großen Ausmaßes in Nordafrika «vielversprechend», während in Südafrika die erste Windkraftanlage des Kontinents in Auftrag gegeben worden sei.
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