Kiel - Globale Probleme wie Klimawandel, Terrorismus, Wassermangel oder soziale Ungleichheit können nach Ansicht des Wirtschaftsexperten, Prof. Dennis Snower, nicht getrennt voneinander gelöst werden.
«Die Themen sind miteinander verzahnt. Es ist sinnlos, Lösungen für den Klimawandel zu suchen, ohne etwa das Problem der Energieversorgung zu betrachten», sagt der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa.
Auf Einladung des Kieler Wirtschaftsministeriums und des IfW kommen Anfang September auf Schloss Plön rund 300 Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen, um Patentrezepte für die dringendsten weltweiten Schwierigkeiten zu entwickeln. Unter ihnen etwa Altkanzler Helmut Schmidt sowie verschiedene EU- Kommissare, Wirtschaftsbosse und Nobelpreisträger. «In einer Zeit, in der die Welt so schnell wächst wie noch nie, entdecken immer mehr Menschen das Wunder des Marktes und neben den klassischen Industrieländern beteiligen sich neue Nationen wie China und Indien am Marktmechanismus», sagt der 57-Jährige.
Gleichzeitig gehe der Boom an zahlreichen Ländern, etwa vielen afrikanischen Staaten, vorbei. Diese zunehmende Kluft zwischen reichen und armen Ländern sei aber nur eines der Kernprobleme, die das «weltweit einmalige» Symposium behandele. «Wir erwarten Entscheidungsträger und Spitzenleute aus den verschiedensten Ländern, die frei von politischen Hindernissen und institutionellen Hemmnissen an einem neutralen Ort kreativ nachdenken, um gemeinsame Visionen zu entwickeln», sagt der Ökonom, der seit eineinhalb Jahren gemeinsam mit Kollegen an der Umsetzung des Projektes arbeitet.
Die dreitägige Veranstaltung sei aber kein Diskussions-, sondern ein Lösungsforum. Schon jetzt sind Analysen verschiedener Experten zu Kernthemen wie Klimawandel, soziale Ungleichheit, Gesundheitsversorgung oder Sicherheit im Internet abrufbar, wo sich die Teilnehmer bereits rege austauschten. «Ich verbringe derzeit meine Nächte damit, diese spannenden Vorschläge aus den unterschiedlichsten Disziplinen zu lesen und bin erstaunt, wie viele Verknüpfungspunkte es gibt.» Das bisherige Scheitern bei der Entwicklung von Lösungen liegt nach Ansicht des Experten daran, dass die Menschheit nicht an einem Strang zieht und Länder zu sehr nach nationalen Interessen handeln.
Ein Beispiel dafür sei das 2005 in Kraft getretene Kyoto-Protokoll. «Seitdem wir es haben, sind die CO2-Emissionen stärker gestiegen, als zuvor.» Die Resonanz auf das erste Weltwirtschaftssymposium ist den Organisatoren zufolge enorm: «Wir waren verblüfft, welch ein Enthusiasmus uns begegnet ist.» So sei der Plan, nach der Premiere im September, jährlich nach Plön einzuladen. Aber auch in der Zwischenzeit soll die Arbeit weitergehen. «Wir wollen einen permanenten, lebendigen Dialog im Internet führen, bei dem unsere Lösungsskizzen ständig verfeinert und vertieft werden», erklärt der Amerikaner. Zudem werden die Ergebnisse der Tagung in dem Buch «Global Economic Solutions» zusammengefasst und großen Organisationen wie der UNO, der OECD, der Weltbank und dem IWF präsentiert.
Quelle: dpa
klimAktiv hat bereits Mitte August über dieses hochrangige Symposium berichtet: klicken Sie hier
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