Plön - Schwarze Limousinen brettern mit hoher Geschwindigkeit die Auffahrt zum Plöner Schloss herauf, Dutzende Sicherheitsleute reden hektisch in ihre Headphones, auf den Schlossgängen wird englisch gesprochen oder eine andere Sprache.
So international ist es in der kleinen Kreisstadt Plön in Holstein schon lange nicht zugegangen. Bei der Kaffeepause reden Inder mit Arabern, Amerikaner mit Chinesen, Spanier mit Russen. Mittendrin und immer gefragt: Dennis Snower, der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und Erfinder des Global Economic Symposium (GES), das künftig einmal im Jahr abgehalten werden soll.
«Bei dieser schönen Umgebung könnte man glatt vergessen, dass es überhaupt Probleme auf der Welt gibt», sagt ein britischer Teilnehmer mit Blick auf den besonnten Plöner See. Doch darum dreht sich alles. Nicht weniger als alle großen Probleme der Welt stehen auf der Tagesordnung des ersten GES, das am Mittwochabend mit einem festlichen Dinner eingeleitet wurde. In einem Raum geht es um den Klimawandel, im nächsten um die Alterung der Industrieländer, eine Tür weiter um die Sicherheit der Energieversorgung, den Terrorismus oder die Gesundheitsversorgung der armen Länder. Die Teilnehmer sind in ihren Ländern Minister, sie führen große Wirtschaftsunternehmen oder haben es als Wissenschaftler zu großem Ruhm in der Fachwelt oder zum Nobelpreis gebracht.
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sind dennoch nicht immer überraschend oder originell. Gegen die Folgen der Alterung der Bevölkerung in den Industrieländern schlagen die Teilnehmer zum Beispiel sechs Maßnahmen vor, die ziemlich bekannt wirken: Schluss mit der Frühverrentung, weitere Anhebung des Renteneintrittsalters, stärkere Anreize zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer, mehr Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt, mehr Teilzeitarbeit und neue Bildungsgänge zur Weiterqualifizierung älterer Arbeitnehmer. So manche Beiträge schwanken zwischen Analyse, Selbstvergewisserung und Appell.
«Weltweit ist der Lebensstandard in den vergangenen Jahren stark gestiegen», sagt der Chef der Boston Consulting Group, Hans-Paul Bürkner. «Das ist eine enorm positive Entwicklung und wir haben die Chance, das noch Millionen oder hoffentlich Milliarden Menschen in die Mittelklasse aufsteigen.» Um sie mit Energie zu versorgen ohne den Planeten auf Höchsttemperaturen aufzuheizen, sind nach den Ergebnissen in anderen Arbeitskreisen sowohl Kernenergie wie auch erneuerbare Energien notwendig sowie ein weltweiter Handel mit CO2-Zertifikaten.
Die Außenhandelsministerin der Vereinigten Arabischen Emirate, Sheika al Quasimi, rief zu Zuversicht auf: «Die Welt, die wir heute vorfinden, wird nicht die Welt von morgen sein», sagte sie. «Was sich nicht ändert, ist unsere Fähigkeit, mit einer positiven und vorwärtsgerichteten Einstellung die Herausforderungen zu bewältigen.» Daran wollen die Teilnehmer am Freitag weiterarbeiten und dann vorläufige Ergebnisse vorlegen. Quelle:
Quelle: dpa / Eckart Gienke
klimAktiv.de berichtete im Vorfeld über dieses bedeutende Symposium. Lesen Sie hier
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