Brasilia - Die sogenannte «grüne Lunge der Erde», der Amazonas-Regenwald, soll nach jahrhundertelanger Zerstörung in sieben Jahren erstmals wieder wachsen. Der brasilianische Umweltminister Carlos Minc kündigte ein Ende der Nettoabholzung bis 2015 an. «Von 2015 an wird Brasilien mehr Bäume pflanzen als fällen», versprach Minc am Donnerstag (Ortszeit) in Brasilia.
Schon jetzt gingen die illegalen und die legalen Abholzungen zurück, während gleichzeitig immer mehr Bäume gepflanzt würden, versicherte der Minister. Minc sagte, die Regierung von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva werde «aggressiv» in Aufforstungsprojekte in entwaldeten Regionen investieren. Lula habe dazu die Gründung eines Fonds von einer Milliarde Real (etwa 400 000 Euro) bewilligt.
Zu den im Rahmen des «Nationalen Plans zur Klimaänderung» vorgesehenen Maßnahmen gehörten die Verstärkung der Umweltpolizei um 2500 Beamte sowie das Ende der Brandrodungen für den Anbau von Zuckerrohr. Zur Senkung des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2) sollen außerdem den amtlichen Angaben zufolge die Ethanol-Produktion bis 2017 um elf Prozent erhöht und die wieder aufgeforsteten Flächen in den kommenden Jahren verdoppelt werden.
Um wie viel der CO2-Ausstoß reduziert und wie viel die Projekte insgesamt kosten sollen, wurde vorerst nicht mitgeteilt. Minister Minc meinte, das Land sei auf die Unterstützung der privaten Wirtschaft angewiesen. «Ein Ziel zu haben ist leicht. Schwer ist es, die jeweiligen Sektoren zu überzeugen», räumte er ein.
Die Vernichtung des Regenwaldes durch Brandrodungen ist in Brasilien hauptverantwortlich für die schädlichen Gasemissionen, die den Treibhauseffekt verursachen. Allein seit 1970 verlor der Amazonas-Urwald rund 700 000 Quadratkilometer. Das entspricht nahezu der zweifachen Ausdehnung Deutschlands. Das größte Urwaldgebiet der Erde im Tiefland des Amazonas umfasst heute noch rund sechs Millionen Quadratkilometer. Der Wald gilt als einer der artenreichsten Lebensräume der Erde.
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