Der WWF Schweiz und das Schweizer Bundesamt für Umwelt (Bafu) wetten um die ungebremste Zunahme des Treibstoffverbrauchs und die Vermutung des WWF, dass die Schweiz die im CO2-Gesetz beschlossenen Ziele deutlich verfehlen wird.
In den nächsten Tagen entscheidet der Bundesrat über die Einführung einer Lenkungsabgabe auf Treibstoffen. Bruno Oberle, Direktor des Bundesamts für Umwelt (Bafu), ist überzeugt, dass der Treibstoffverbrauch in der Schweiz nicht steigt. In der Presse liess er sich kürzlich mit folgender Aussage zitieren: „Der WWF nimmt bis 2010 eine Zunahme an; wir gehen davon aus, dass der Verbrauch stabil bleibt.“
WWF-Geschäftsleiter Hans-Peter Fricker fordert Oberle mit einer Wette heraus. : „Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass der Treibstoffabsatz im Jahr 2007 konstant blieb oder gar sank, werde ich zusammen mit unseren Klima-Spezialisten einen Tag lang an einer grossen Tankstelle den Automobilisten die Fensterscheiben putzen und sie über sparsames Fahren und effiziente Autos informieren. Nahm der Absatz zu, erwarte ich das Gleiche von Herrn Oberle.“
Der Treibstoffverbrauch und damit auch der CO2-Ausstoss des Verkehrs seien in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen, so Fricker. Ohne griffige Massnahmen werde sich daran nichts ändern, denn auch die Zahlen für 2007 würden zeigen, dass der Trend weiter nach oben gehe.
Unter anderem wegen des steigenden Treibstoffverbrauchs geht der WWF aufgrund eigener Berechnungen von einer Ziellücke von 2 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aus, das Bafu von einer Lücke von nur 0,5 Millionen Tonnen – eine Differenz um den Faktor 4. Anstoß für den WWF ist vor allem, dass das Bafu bis jetzt weder ihm noch den Medien gegenüber bereit war, die Grundlagen seine Berechnungen offen zu legen.
Entschieden wird die Wette im kommenden Juni, wenn das Treibhausgas-Inventar veröffentlicht wird. Falls der Treibstoffabsatz steigt, entlarven sich die Bafu-Berechnungen als unbegründet zuversichtlich. Denn laut Gesetz müsste der CO2-Ausstoss bis im Jahr 2010 zehn Prozent tiefer liegen als 1990 - zur Zeit liegt er aber sogar leicht über dem damaligen Wert. Der Verkehr ist dabei einer der Hauptschuldigen. Deshalb brauche es dringend eine CO2-Abgabe auf Treibstoffen.
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