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Schweiz: Treibhausgasemissionen in 2006 etwas tiefer als 2005 (15.04.2008)

Bern - Die schweizerischen Treibhausgasemissionen sind 2006 gegenüber dem Jahr 2005 um 0.6 Mio. Tonnen auf insgesamt 53.2 Mio. Tonnen zurückgegangen. Sie liegen aber noch immer um 0.4 Mio. Tonnen höher als 1990. Dies geht aus dem aktuellen Treibhausgasinventar der Schweiz hervor, das am 15. April 2008 an die UNO übermittelt wurde.


SchweizWie der Vergleich der Treibhausgasemissionen zwischen den Jahren 2006 und 2005 zeigt, sind vor allem die Emissionen aus Brennstoffen zurückgegangen. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die vergleichsweise milden Temperaturen der Wintermonate im Jahr 2006 zurückzuführen. Dagegen haben die Treibstoffemissionen im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen, wozu insbesondere der Güterverkehr auf der Strasse beigetragen hat. Ebenfalls zugenommen haben die Emissionen aus der Abfallverbrennung, dies aufgrund gesteigerter Abfallimporte und der guten Konjunkturlage in der Schweiz, die auch im Inland zu mehr Abfall geführt hat (siehe Kasten).

Treibhausgasinventar als Gradmesser für Kyoto-Protokoll
Das Treibhausgasinventar ist das wichtigste Element, um zu überprüfen, ob die Schweiz ihre Vorgaben zur Reduktion der Treibhausgasemissionen gemäss Kyoto-Protokoll erreichen kann. Zwischen 2008 und 2012 gilt es, den Ausstoss der wichtigsten Treibhausgase gegenüber 1990 um 8% zu senken. Neben der Emissionsentwicklung sind für die Zielerreichung der Zukauf von ausländischen Emissionszertifikaten und die Senkenleistung des Schweizer Waldes zu berücksichtigen. Auf Grund der getroffenen Reduktionsmassnahmen wird für die Periode bis 2012 eine leichte Abnahme der effektiven Treibhausgasemissionen erwartet. Unter Einbezug der Waldsenkenleistung und der zugekauften Emissionszertifikate wird die Schweiz das Kyoto-Ziel erreichen können. (siehe auch Medienmitteilung vom 8.11.2006: «Die Schweiz ist für die erste "Kyoto"-Phase bereit»).

Die Treibhausgasemissionen steigen weiterNicht direkt relevant sind die vorliegenden Zahlen für die Einhaltung des CO2-Gesetzes, welches in der Periode 2008 - 2012 eine Reduktion der CO2-Emissionen aus der Nutzung fossiler Energien um 10% im Vergleich mit 1990 verlangt.

Die diesbezügliche CO2-Statistik für das Jahr 2007 wird bis Ende Juni vorliegen. Auf Basis dieser Statistik wird gemäss den Vorgaben der CO2-Verordnung entschieden, ob weitere Massnahmen zur zusätzlichen Reduktion der CO2-Emissionen wie beispielsweise eine Erhöhung der CO2-Abgabe auf Brennstoffen notwendig sind.

Die Zunahme der in der Schweiz verbrannten Abfallmenge hat auch eine Zunahme der dabei entstehenden Treibhausgasemissionen zur Folge. Ein nicht unbedeutender Teil dieses Abfalls wird aus dem grenznahen Ausland importiert. Diese grenzüberschreitende Abfallentsorgung wirft Fragen nach der Anrechung der dabei entstehenden Emissionen auf. Das Kyoto-Protokoll kennt hier klare Regelungen der Abgrenzung zwischen einzelnen staatlichen Systemen: Die bei der Abfallverbrennung entstehenden Treibhausgasemissionen müssen im Inventar desjenigen Landes ausgewiesen werden, in dem der Abfall verbrannt wird.

Werden aus dem Ausland importierte Abfälle verbrannt, schlagen also in der Emissionsbilanz unseres Landes Treibhausgase zu Buche, die eigentlich durch Konsum im Ausland angefallen sind. Das Herkunftsland des Abfalls hingegen weist in seiner Bilanz entsprechend weniger Treibhausgasemissionen auf, als es eigentlich verursacht hat. Durch die Abfallverbrennung wird in der Schweiz Energie erzeugt, wodurch andere fossile Energiequellen substituiert werden können. Werden mehr ausländische Abfälle importiert und verbrannt, sinkt dadurch der inländische Bedarf an fossilen Energien, womit die Schweiz wiederum eigene Emissionen vermeiden kann.

Während der Schweiz hinsichtlich ihrer Treibhausgas-Bilanz durch die Anrechnung der Emissionen aus ausländischem Abfall oder durch den Tanktourismus (in der Schweiz getankter Treibstoff wird im Ausland verbraucht) leichte Nachteile erwachsen, birgt die Kyoto-Systemgrenze auch gewichtige Vorteile für unser Land, die in der Summe klar überwiegen: Die Schweiz profitiert, da sie viele Produkte importiert, deren Emissionen im Herstellungsland verbucht werden müssen. Die grauen Emissionen der Schweiz sind entsprechend hoch. Diese müssen gemäss Kyoto-Protokoll jedoch nicht im schweizerischen Inventar ausgewiesen werden.


Quelle: Bundesamt für Umwelt Schweiz


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