Berlin - Der Beitrag der Landwirtschaft zu Treibhausgasen sorgt für Streit. Der Deutsche Bauernverband warf der Verbraucherorganisation Foodwatch nach einer Studie über die Belastung des Klimas durch die Landwirtschaft vor, die Klimabilanz zu fälschen.
Der Methangas-Ausstoß eines Rindes könne nicht mit den Klimagas-Emissionen eines Autos verglichen werden, teilte der Bauernverband am Mittwoch in Berlin mit. Die Bindung von Klimagasen müsse ebenfalls berücksichtigt werden.
Die Landwirtschaft verursacht einer Foodwatch-Studie zufolge fast genauso viele klimaschädliche Gase wie der Straßenverkehr. Ihr Anteil am Ausstoß beträgt demnach 13 Prozent. Der Bauernverband berief sich auf Zahlen des Umweltbundesamtes, nach denen die Land- und Forstwirtschaft 133 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) im Jahr ausstößt, zugleich aber 168 Millionen Tonnen CO2 bindet.
Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, das die Studie für Foodwatch erstellt hat, hält die Rechnung des Bauernverbands nur für einen Teil des CO2-Kreislaufs. Die gleiche Menge an Kohlendioxid, die Pflanzen der Atmosphäre entnehmen, setzten Mensch und Tier wieder frei, wenn sie die Pflanzen zu sich nehmen und im Körper in Energie und CO2 umwandelten, erklärte das Institut. Dies werde nicht in der Bilanz berücksichtigt.
Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte gefordert, Agrarsubventionen an eine klimaverträgliche Produktion zu binden. Dies lehnt Agrarminister Horst Seehofer (CSU) ab. Nach seiner Ansicht ist es ohnehin das Prinzip der Landwirtschaft, mit der Umwelt im Einklang zu stehen.
Quelle: dpa
klimAktiv.de hatte über die Ergebnisse der Studie berichtet. Lesen Sie hier
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