Der Schutz des Klimas stand im vergangenen Jahr im Mittelpunkt der Kampagnen von Greenpeace Deutschland.
So sind Aktivisten mit Schlauchbooten in die Sperrzone des G8-Gipfels vor Heiligendamm gefahren, um die Staatschefs aufzufordern, sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen. Im März hat Greenpeace eine wegweisende Studie vorgelegt. Mit dem nationalen Energiekonzept Plan B zeigt Greenpeace Wege zu einer zukunftsfähigen Energiewirtschaft, die auf Erneuerbarer Energie und Energieeffizienz basiert - nicht nur in der Produktion, sondern auch beim Verbraucher. Und die öffentliche Diskussion um Klimaschutz hat Wirkung gezeigt: Die Bundesregierung hat 2007 beschlossen, den CO2-Ausstoß in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu senken.
„2007 ist der Klimawandel endlich als Menschen gemachtes Problem anerkannt worden“, sagt Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland. Doch der Schwung für Lösungen ist abgeflaut, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel verfolgt ihre Klimaziele nicht mehr mit dem nötigen Nachdruck. Die Maßnahmen sind halbherzig oder widersprüchlich. Das ist fatal. Wenn sie die Treibhausgase senken will, muss Frau Merkel den Umbau der deutschen Energieversorgung in die richtige Richtung lenken - weg von Kohle und Atom hin zu Erneuerbaren Energien.
Einen wichtigen Erfolg für die Verbraucher in Deutschland erzielte Greenpeace mit der Arbeit gegen Pestizidrückstände in Obst und Gemüse. Im Jahr 2007 sind alle großen Handelsketten der Greenpeace-Forderung gefolgt und haben ein Kontrollsystem für Agrargifte eingeführt. So ist beispielsweise die Belastung von Tafeltrauben mit giftigen Pestiziden auf ein Sechstel der Werte aus den Vorjahren gefallen. Seit 2005 untersucht Greenpeace regelmäßig Lebensmittel auf Pestizide.
Greenpeace hat 2007 seine internationale Arbeit verstärkt. So setzten sich die Aktivisten mit einer Urwaldschutzstation auf Sumatra gegen die Zerstörung des indonesischen Urwalds ein. Dabei geht es auch um den Schutz des Klimas, denn die Brandrodung des Urwalds macht Indonesien inzwischen zum drittgrößten Erzeuger von Treibhausgasen weltweit. Auch ist Greenpeace wieder im Südpolarmeer gegen den japanischen Walfang vorgegangen. Die Hamburger Aktivistin Regine Frerichs hat über ihre Erlebnisse auf dem Greenpeace-Schiff Esperanza ein Buch geschrieben. Ihr Buch Im Fadenkreuz der Walfänger wurde gerade veröffentlicht.
Die Zahl der Förderer von Greenpeace in Deutschland war 2007 höher als je zuvor. Mit insgesamt 565.637 Mitgliedern stieg sie im Vergleich zum Vorjahr um 7.133. Die Förderer spendeten auch mehr als je zuvor: Die Einnahmen betrugen im vergangenen Jahr 42 Millionen Euro (2006: 40,5 Millionen). Die Einnahmen stammen zu einem erheblichen Teil aus den vielen Zuwendungen der Förderer von bis zu 100 Euro pro Jahr. Greenpeace ist eine internationale Umweltschutzorganisation, die mit gewaltfreien Aktionen für den Schutz der Lebensgrundlagen kämpft. Greenpeace ist überparteilich, politisch und finanziell unabhängig und nimmt grundsätzlich keine Gelder von Regierungen, Parteien oder der Industrie.
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