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Fraunhofer ISE koordiniert Projekt zum Energieverbrauch im Haushalt (30.06.2008)

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg koordiniert seit Februar das dreijährige Kooperations¬projekt intelliekon, in dem in vier Teilprojekten untersucht wird, wie intelligente Mess- und Feedbacksysteme für Haushalte so gestaltet werden können, dass diese ihren Energieverbrauch sparsamer gestalten können und ein nachhaltiger Effizienzeffekt entsteht.


Fraunhofer ISE»Wir wollen, dass Energiesparen Spaß macht«, so Diplompsychologe und Projektleiter Sebastian Gölz. »Dazu wollen wir möglichst kurzfristige Rückmeldungen über Stromverbrauch und -kosten an die Nutzer geben. Wer nur einmal im Jahr eine Stromabrechnung bekommt, kann die Ursache von Verbrauchssteigerungen nicht mehr nachvollziehen.«
Das Prinzip ist bekannt: Wer durch eine Anzeige im Auto die Höhe des aktuellen Verbrauchs sieht, kann behutsamer mit dem Gaspedal umgehen und so weiter fahren, ohne zu tanken. Mit intelligenten Stromzählern und raffinierten Anzeigen will intelliekon das Energiesparen zum vergnüglichen Volkssport machen.

So könnte ein Display zeigen, wann der Stromverbrauch ansteigt oder besonders niedrig ist. Und durch monatliche Vergleiche von Stromverbräuchen können die Nutzer das Verhalten neuer Geräte verstehen. So sieht man auch gleich, welchen Effizienzgewinn der neue Kühlschrank gegenüber dem alten Gerät bringt. Die Technik kann heute fast alles, die Kommunikation zwischen Versorger und Verbraucher ist auf viele Arten möglich. Welche Information braucht ein Mensch, um einfach und schnell reagieren zu können? Wie müssen Feedback-Instrumente aussehen, damit die Haushaltsmitglieder das Energiemanagement aktiv mit gestalten können? Welche Tarifgestaltung bringt die größte Einsparung? Das sind einige der Fragen, die das Projektteam klären will. intelliekon ist das bisher größte Projekt auf seinem Gebiet.

Die Praxisorientierung macht es besonders Erfolg versprechend. So ist ein Hersteller von Stromzählern im Forschungsteam. Er kann gute Ideen sofort in elektronische Geräte umsetzen. Die neun Praxispartner können die Akzeptanz und Wirksamkeit gleich bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern testen. Im ersten Jahr bereitet das Team verschiedene Feldversuche mit neuen Geräten und verschiedenen Feedback-Möglichkeiten vor, die im zweiten Jahr erprobt und dann bis Januar 2011 ausgewertet werden. Dabei widmen sich das Fraunhofer ISE und einer der führenden Systemanbieter, die EVB Energie AG, vor allem der Gestaltung und Entwicklung der Feedbacksysteme. Das Frankfurter Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE koordiniert die qualitative und standardisierte sozialempirische Gestaltungsforschung.

Das Karlsruher Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI übernimmt die Analyse der erzielten Verbrauchsänderungen und deren Hochrechnung auf die CO2-Bilanz der Bundesrepublik Deutschland. Das Bundesforschungsministerium fördert das Vorhaben. Weitere Informationen unter www.intelliekon.de. Der Nutzen des Projekts ist vielfältig: Der Stromverbrauch wird transparent, Haushalte können komfortabel ihre Energieeffizienz steigern, Stadtwerke ihren Kunden neue Angebote machen.

Die energetischen Ressourcen werden geschont und das Klima freut sich über weniger Kohlendioxid. Zum Forschungsteam zählen neben dem Fraunhofer ISE das Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE, Frankfurt/Main, das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe und das EVB Energie in Velbert. Weiterhin sind neun Praxispartner am Projekt beteiligt, die jeweils einen einjährigen Feldtest umsetzen:

Energieversorgung Oelde, ENTEGA Service, Darmstadt, swb, Bremen, Stadtwerke Schwerte, Stadtwerke Krefeld, Stadtwerke Hassfurt, Stadtwerke Münster, Technische Werke Kaiserslautern und Stadtwerke Ulm. Das Projekt intelliekon – Nachhaltiger Energiekonsum von Haushalten durch intelligente Zähler-, Kommunikations- und Tarifsysteme – wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF im Rahmen des Förderschwerpunkts »Sozial-ökologische Forschung« gefördert.

 


Quelle: Fraunhofer ISE


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