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Wieczorek-Zeul: Mehr Geld für Klimaschutz in Entwicklungsländern (05.04.2007)

Einen Tag vor Veröffentlichung des zweiten Teils des UN-Klimareports hat (SPD) besondere Anstrengungen der Industrienationen für den Klimaschutz angemahnt. Für die ärmsten Entwicklungsländer, die am meisten unter den dramatischen Folgen des Klimawandels zu leiden hätten, seien zusätzliche finanzielle Hilfen notwendig, betonte die Ministerin am Donnerstag in Berlin.


Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek- Zeul «Die Industrieländer stehen in der Verantwortung. Sie müssen ihre Emissionen radikal reduzieren» - und den Entwicklungsländern bei der Anpassung an den Klimawandel finanziell unter die Arme greifen, sagte die Ministerin. Dabei müsse der Regenwaldschutz «absolute Priorität haben». Rund 20 bis 25 Prozent der globalen Treibhausemissionen gingen auf Abholzung der Regenwälder zurück. Der Regenwald sei aber wichtig, weil er das schädliche Kohlendioxid in erheblichen Umfang binde.

«Ich werbe dafür, das wir internationale Finanzierungsmechanismen beschließen, um die Entwicklungsländer finanziell zu entschädigen, die der Abholzung Einhalt gebieten.» Die Frage, welche Beträge dafür notwendig seien, ließ Wieczorek-Zeul allerdings offen. In der Diskussion um eine Klimaschutzabgabe auf Flugtickets wollte sie sich nicht festlegen: Es gebe zahlreiche zielführende Instrumente. Diese seien alle zu prüfen, sagte die Ministerin.

«Klimawandel ist heute das Sicherheitsrisiko Nummer eins der Menschheit», sagte Wieczorek-Zeul. Wer heute nicht in den Klimaschutz investiere, werde «schon morgen von den globalen Problemen eingeholt». Für den Klimawandel machte sie die Industrieländer
verantwortlich: Deren Produktionsweise und Umgang mit Energie sei «letztlich ein andauernder Angriff» auf die Lebensgrundlagen der Menschen in den ärmsten Regionen der Welt.

Die von der EU angepeilte weitere CO2-Reduktion sei ein wichtiges Signal, das hoffentlich auch «jenseits des Atlantiks» vernommen werde. Ohne Gegensteuern zeichneten sich «wachsender Wassermangel, Dürren, Stürme und Überschwemmungen» ab. Der «Frankfurter Rundschau» hatte sie gesagt, Hilfe für die Entwicklungsländer sei auch nötig, um Menschen aus von Überschwemmungen bedrohten Küstenregionen umzusiedeln.


Quelle: dpa


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