Die Umweltverschmutzung macht viele Kinder krank: Rund ein Drittel aller Gesundheitsprobleme von Kindern weltweit sei auf Luft- und Wasserverschmutzung, Spritzmittel im Essen, Blei im Boden und andere Umweltgifte zurückzuführen, schreibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem neuen Bericht.
Am stärksten litten vernachlässigte und unterernährte Kinder, betonte die UN-Organisation am Freitag in Genf. Sie hätten oft kein gesundes Zuhause, und es mangele ihnen an sauberem Wasser, medizinischer Versorgung und Bildung. Blei etwa sei bekanntermaßen giftiger für Kinder mit Kalorien-, Eisen- und Kalziummangel. In den ärmsten Teilen der Welt erlebe eines von fünf Kindern nicht einmal seinen fünften Geburtstag - vor allem wegen umweltbedingter Krankheiten.
Umweltbelastungen, die den empfindlichen Organismus eines heranwachsenden Kindes veränderten, könnten Krankheiten auslösen oder verschlimmern sowie zu Entwicklungsproblemen führen. «Kinder sind nicht einfach kleine Erwachsene», erläuterte WHO-Gruppenleiterin Terri Damstra. «Kinder sind besonders verwundbar und reagieren anders als Erwachsene auf Umwelteinflüsse - und diese Reaktion kann in den verschiedenen Entwicklungsstadien unterschiedlich ausfallen.» So seien etwa die Lungen keineswegs bei der Geburt schon voll entwickelt. Die Lungenreifung im Laufe der Kindheit könne durch Luftschadstoffe verändert werden, was wiederum zu chronischen Atemwegleiden im weiteren Leben führen könne.
In Deutschland werden Kinder nach Einschätzung des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit zu wenig vor Luftverschmutzungen durch Feinstaub geschützt. Feinstaubpartikel, etwa aus dem Straßenverkehr, führten zu Atemwegleiden bei Kindern, betonte das GSF in Neuherberg bei München. Auch Kranke und ältere Menschen reagierten besonders empfindlich. Ein wirksamer Schutz sei nur durch verringerte Emissionen zu erreichen, urteilte GSF-Arbeitsgruppenleiter Joachim Heinrich. «Wenn sich die Luft verbessert, dann verbessert sich die Funktion der Atemwege und der Lunge bei Kindern.»
Download UN-Bericht (3,4 MB).
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