Berlin - Der Klimawandel bereitet immer mehr Menschen gesundheitliche Probleme. «Wir haben es mit Phänomenen zu tun wie Austrocknung von Patienten, bei älteren Patienten Herz-Kreislauf- Problemen, Hautkrebs und einer Zunahme von Infektionen», sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Professor Jörg Hacker, am Donnerstag in Berlin.
«Wir sehen auch eine Zunahme von allergischen Erkrankungen.» In vielen Fällen sei der Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und Gesundheitsrisiken aber noch nicht exakt erforscht. Hacker wies auf einer Veranstaltung der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung zum Weltgesundheitstag 2008 auf die weltweit zunehmende Gefahr importierter Krankheitserreger hin.
Es gebe eine Zunahme von Darminfektionen. Diese würden vielfach verursacht durch verdorbene Lebensmittel und kontaminiertes Wasser.
«Da ist Vorsicht geboten.» Die Verbraucher sollten Lebensmittel kühl halten und sich vor verunreinigtem Wasser in Acht nehmen. Er rate vor allem Fernreisenden zu vorbeugenden Impfungen.
Insgesamt sei die Geschwindigkeit, mit der die globale Erwärmung voranschreite, besorgniserregend, sagte der RKI-Chef. Die gesundheitlichen Probleme seien davon abgeleitete «Sekundärprobleme», die in ihrer «Fülle noch nicht absehbar» seien. «Es leiden vor allem die Gesellschaften der südlichen Länder in den tropischen Regionen, aber auch bei uns ist Vorsicht geboten».
Mit Blick auf 60 Jahre Weltgesundheitsorganisation sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk, der WHO komme eine Schlüsselrolle bei der weltweiten Bekämpfung von Infektionskrankheiten zu. Sie habe den Impfschutz vorangebracht und damit dafür gesorgt, dass es keine Pocken mehr gebe. Der größte Teil der Welt sei zudem inzwischen frei von Kinderlähmung, in Deutschland komme sie seit 1992 nicht mehr vor.
Caspers-Merk begrüßte, dass sich die WHO den mit dem Klimawandel verbundenen Problemen stellt.
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