Die Gesamtsumme der schweizerischen Treibhausgasemissionen im Jahr 2005 betrug 53,6 Millionen Tonnen. Sie waren damit 0,6 Millionen Tonnen höher als 2004 und 0,9 Millionen Tonnen höher als 1990. Mitte April wurde wie jedes Jahr das aktuellste Treibhausgasinventar an die UNO übermittelt. Es umfasst die Jahre 1990-2005.
Das Treibhausgasinventar ist das wichtigste Instrument, um zu überprüfen, ob die Schweiz ihr Reduktionsziel gemäss Kyoto-Protokoll - die Verringerung der Treibhausgasemissionen um 8% gegenüber 1990 - erreichen kann. Dieses Ziel muss zwischen 2008 und 2012 erreicht werden. Die Statistiken für den Zeitraum 1990-2008 zeigen die bisherigen Fortschritte und die noch bestehende Ziellücke. In der Schlussbilanz werden zudem der Erwerb von Emissionsrechten (namentlich aus dem Ertrag des Klimarappens) sowie gegebenenfalls die schweizerischen Kohlenstoffsenken verbucht werden (siehe auch Medienmitteilung vom 8.11.2006: Die Schweiz ist für die erste "Kyoto"-Phase bereit).
Insbesondere dank der freiwilligen energetischen Massnahmen der Industrie und der Bemühungen in der Landwirtschaft hat sich der Ausstoss an Treibhausgasen auf dem Niveau von 1990 stabilisiert. Um aber ihr Kyoto-Ziel zu erreichen, muss die Schweiz vor allem ihre Emissionen von CO2 weiter verringern, dem wichtigsten Treibhausgas, das in unserem Land ausgestossen wird. Zwei zusätzliche Massnahmen im Rahmen des CO2-Gesetzes, die der Bundesrat vorgeschlagen hat, sind kürzlich vom Parlament genehmigt worden, nämlich die CO2-Abgabe auf Brennstoffen und die steuerliche Begünstigung Biotreibstoffe. Damit sollte sichergestellt sein, dass das Ziel gemäss CO2-Gesetz erreicht und die Vorgabe des Kyoto-Protokolls eingehalten wird.
CO2-Abgabe im Jahr 2008?
Der Entscheid über die Einführung einer CO2-Abgabe auf Brennstoffen im Jahr 2008 wird anhand der Statistik der CO2-Emissionen gemäss CO2-Gesetz gefällt, die vom BAFU Ende Sommer veröffentlicht wird. In der CO2-Statistik gemäss CO2-Gesetz werden nur die Emissionen aus der Nutzung fossiler Energien erfasst. Als Grundlage für die Berechnung der Emissionen dient die jährliche Gesamtenergiestatistik des Bundesamtes für Energie.
Treibhausgasemissionen 2005 im Vergleich zu 2004 und 1990
In den einzelnen Sektoren ergeben sich zwischen 2004 und 2005 folgende Änderungen:
Sektor | Veränderung 2004-2005 | Bemerkung |
Energieumwandlung | +0,15 | Zunahme bei Abfallverbrennung und höherer Raffinerieausstoss |
Industrie | +0,13 | Alle Industriezweige mit leichter Zunahme, insbesondere höhere Zementproduktion, Mehrverbrauch wegen kalter Wintertemperaturen |
Verkehr | +0,07 | Zunahme bei Schwerverkehr und Tanktourismus |
Dienstleistungen | +0,09 | Mehrverbrauch wegen kalter Wintertemperaturen |
Haushalte | +0,17 | Mehrverbrauch wegen kalter Wintertemperaturen |
Landwirtschaft | 0,0 | Praktisch keine Änderung |
Abfalldeponien | 0,0 | Praktisch keine Änderung |
Total | +0.6 |
|
Die relativ tiefen Temperaturen während der Wintermonate des Jahres 2005 sind die Ursache für die Zunahme der Emissionen zwischen 2004 und 2005.
Im Vergleich zum Jahr 1990 - dem Referenzjahr des Kyoto-Protokolls - liegen die Emissionen 2005 um 1,7 % höher. Zwischen 1990 und 2005 haben die Emissionen im Transportsektor, bei der Energieumwandlung (Kehrichtverbrennungsanlagen) und aus dem Verbrauch von synthetischen Gasen zugenommen. Abgenommen haben die Emissionen aus der Landwirtschaft, aus der Lösungsmittelverwendung und aus den Abfalldeponien. Die Emissionen aus den industriellen Prozessen gingen zwischen 1990 und 1997 deutlich zurück, seither sind sie wieder angestiegen, ohne das Niveau von 1990 zu erreichen. Die Brennstoffemissionen sind 2005 in etwa gleich hoch wie 1990. (Klimabereinigt (gemäss CO2-Gesetz) sind die Brennstoffemissionen aber ungefähr 1,6 Mio. Tonnen tiefer als 1990).
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