Die großen Rückversicherer sehen den globalen Klimawandel mit dem neuen Weltklimabericht der Vereinten Nationen bestätigt - und rechnen nun mit höheren Prämien.
Die Aussagen des UN- Klimarats IPCC untermauerten die vor allem auf weltweiten Schaden- Daten basierenden eigenen Einschätzungen, teilte die Münchener Rück am Freitag mit. Dem Schweizer Rückversicherer Swiss Re zufolge dürften die zu erwartenden höheren Schadenssummen in den nächsten Jahren zu deutlich höheren Prämien führen.
«Wir müssen mit einem erhöhten Wintersturmrisiko vor allem in Europa rechnen», betonte Ivo Menzinger, Bereichsleiter für Nachhaltigkeit und Risikomanagement bei Swiss Re. In Europa seien die Prämien noch nicht risikogerecht, hieß es bei Versicherungsanalysten. Hier würden in den nächsten Jahren deutliche Anpassungen nötig. Bei dem weltweit größten Rückversicherer Swiss Re wurde der neue UN- Klimabericht als «Meilenstein» gesehen. «Er ist wegweisend - nicht nur für die zivile Gesellschaft», sagte Menzinger. Die Ergebnisse müssten nun systematisch in das Risikomanagement einfließen.
«Der Klimawandel ist eine Tatsache», sagte auch der Leiter der GeoRisikoForschung der Münchener Rück, Peter Höppe. Die Erderwärmung könne nur noch begrenzt, aber in diesem Jahrhundert nicht mehr gestoppt oder gar rückgängig gemacht werden. «Durch die weiter fortschreitende globale Erwärmung gehen wir im langfristigen Trend von einer Zunahme insbesondere der schweren wetterbedingten Naturkatastrophen aus», betonte Höppe.
Die Münchener Rück begrüße ausdrücklich die Forderungen von EU- Kommission und Bundesregierung, über eine Reduzierung des Treibhausgasausstoßes den Temperaturanstieg möglichst auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. «Eine Nachfolgevereinbarung zum Kyoto-Protokoll mit konsequenten Reduktionszielen ist dafür unverzichtbar», betonte Höppe.
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