London - Im Kampf gegen den Klimawandel will Großbritannien in den kommenden Jahren tausende Windkraftanlagen errichten.
Damit soll bis 2020 der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch des Landes von derzeit fünf auf 15 Prozent erhöht werden, sagte Premierminister Gordon Brown am Donnerstag in London. Auch ein anderes EU-Klimaziel, die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes (CO2) um 20 Prozent bis 2020, soll damit erreicht werden. Brown stellte die Strategie der Regierung vor, die rund 100 Milliarden Pfund (126 Milliarden Euro) Investitionen in erneuerbare Energien vorsieht.
Im Mittelpunkt der Regierungspläne steht die Windenergie. Brown will 3000 Offshore-Windturbinen in der Nordsee bauen und 4000 auf dem Land. Damit bekäme die Nordsee so viel Bedeutung für die Windenergie, wie der Persische Golf für die Ölindustrie hat, sagte er. Mit den Plänen der Regierung könnten 160 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Bislang hinkt Großbritannien bei Wind-, Sonnen- und Wasserenergie sowie Biomasse, Biogas und Erdwärme anderen EU-Partnern wie Deutschland hinterher. Während Deutschland rund 13 Prozent seines benötigten Stroms aus Öko-Kraftwerken bezieht, sind es auf der Insel gerade einmal fünf Prozent.
Angesichts des Ölschocks, der größer sei als der in den 70er Jahren, brauche Großbritannien eine langfristige Strategie, um seine Abhängigkeit vom Öl zu verringern. Außerdem müsse man die steigenden Energiekosten in den Griff bekommen. Dies könne nur mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und mit neuen Atomkraftanlagen erreicht werden. Ein weiterer Plan der Regierung sieht nämlich vor, an den Standorten der alten AKW in den nächsten Jahren moderne Reaktoren zu errichten.
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