Hamburg - Die verschiedenen Bio-Kraftstoffe sollten laut einer Studie international vergleichbar gemacht werden, um einen besseren Ansatz für die staatliche Förderung zu gewinnen.
Bio- Kraftstoffe hätten unterschiedliche Auswirkungen auf das Klima, heißt es in der am Dienstag in Hamburg veröffentlichten Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) im Auftrag der Deutschen Shell. Auch würden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit verschieden stark erfüllt. Das HWWI spricht sich für ein internationales Zertifizierungssystem aus, das den Ansatz biete, die umweltfreundlichsten Bio-Kraftstoffe stärker zu fördern.
Gegenwärtig werden vor allem Ethanol und Biodiesel als Bio- Kraftstoffe eingesetzt. Nach geltender Gesetzeslage müssen in Deutschland bis zum Jahr 2015 acht Prozent (gemessen am Energiegehalt) des Kraftstoffabsatzes aus Bio-Kraftstoffen bestehen. Die Öko-Bilanz der Treibstoffe, vom Anbau über den Transport und die Umwandlung ist jedoch sehr verschieden. So kann es sein, dass bei der Herstellung von Ethanol aus Zuckerrohr Regenwald gerodet wird; nutzt man hingegen Weizen so ist die CO2-Einsparung deutlich geringer. Die beste Öko-Bilanz versprechen sogenannte Bio-Kraftstoffe der 2. Generation, bei denen die Energie aus der gesamten Pflanze oder auch aus Holz gewonnen werden kann.
Das HWWI spricht sich in der Studie für eine internationale Behörde oder eine ähnliche Institution aus, die in zwei verschiedenen Indikatoren die Klimafreundlichkeit und die Nachhaltigkeit des Bio- Sprits ausweist. Dann sei es den nationalen Regierungen überlassen, daran anknüpfend ihre Förderpolitik auszurichten. So könne eine Regierung zum Beispiel festlegen, dass weniger Bio-Sprit beigemischt werden müsse, wenn es sich um besonders umweltfreundlich hergestellten Kraftstoff mit hoher CO2-Einsparung gegenüber mineralischen Produkten handelt.
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