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WWF: Klima-Fußabdruck deutscher Reisen zu hoch. „Klima-Transparenz“ gefordert (07.07.2008)

Hamburg - Die Umweltstiftung WWF (World Wide Fund for Nature) fordert Reiseveranstalter auf, den Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) bei Reisen anzugeben.


WWF (World Wide Fund for Nature)

Das Reisefieber der Deutschen geht auf Kosten des Klimas. Es ist absehbar, dass die ohnehin hohen Emissionen durch den Tourismus in Zukunft weiter ansteigen. Dabei variieren die Klimafolgen einzelner Reisen enorm. Der zweiwöchige Luxusurlaub eines Paares in Mexiko verursacht fast dreißig Mal so hohe CO2-Emissionen pro Person wie der gleichlange Familienurlaub auf Rügen. Dies geht aus einer aktuellen WWF-Studie hervor. „Die Reiseveranstalter müssen den Klima-Fußabdruck ihrer Angebote drastisch senken“, fordert WWF-Tourismusexpertin Birgit Weerts.

Tragfläche Quelle: pixelioDas deutsche Reiseverhalten könne kein Vorbild für andere Länder sein. Würden alle Menschen auf dem Globus so häufig und so weit wie die Deutschen reisen, würden die Treibhausgas-Emissionen des Tourismus auf über fünf Milliarden Tonnen ansteigen, rechnet der WWF vor. Derzeit ist der Tourismus nach Angaben der Welt-Tourismus-Organisation der Vereinten Nationen (UNWTO) für etwa fünf Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich.

Die Menschen müssen ein größeres Bewusstsein über die Klimaauswirkungen von Reisen entwickeln. Deshalb ist eine klare „Klima-Transparenz“ für jede Urlaubsreise wichtig. Reiseveranstalter und Fluggesellschaften müssten den CO2-Ausstoß ihrer Angebote vergleich- und erkennbar machen. Die anfallenden Treibhausgase müssen zudem durch hochwertige Klimaschutzprojekte, die dem so genannten Gold Standard entsprechen, kompensiert werden. „Verbraucher müssen schon im Reiseprospekt über die Umweltfolgen eines Urlaubs informiert werden. Auf alle Fälle sollten die Emissionen von notwendigen Reisen in qualitätsgesicherten Projekten ausgeglichen werden“, so WWF-Expertin Weerts.

Für die Studie hat das Öko-Institut auf Grundlage des Reiseverhaltens und aktueller Reisetrends die CO2-Emissionen von sieben typischen Urlaubsreisen der Deutschen untersucht. Während der zweiwöchige Ostseeurlaub einer vierköpfigen Familie mit 258 Kilogramm CO2 pro Person zu Buche schlägt, verursacht eine 14tägige Mallorca-Reise 1.221 Kilogramm CO2. Die zweiwöchige Luxus-Pauschalreise eines Paares nach Mexiko pustet pro Kopf sogar 7.218 Kilogramm klimaschädliches Kohlendioxid in die Luft.

Entscheidender Faktor ist die Wahl des Ziels und des Verkehrsmittels, aber auch die Unterkunft, die Verpflegung und die Aktivitäten vor Ort beeinflussen den Fußabdruck. So verursacht beispielsweise der Flug mit fast 6,5 Tonnen CO2 den Löwenanteil der Treibhausgase der Mexiko-Modellreise. Aber selbst die Unterbringung in einem Fünf-Sterne-Hotel bei dieser Reise hat mit fast einer halben Tonne CO2 pro Person eine schlechtere Klimabilanz als der komplette zehntägige Gesundheitsurlaub im Allgäu.

Die sieben Modellreisen repräsentieren nach Angaben des WWF knapp ein Drittel aller 62 Millionen Urlaube, die die Deutschen 2007 unternommen haben. Im Durchschnitt produziert jede der Reisen eine Tonne CO2. Nach Ansicht von Klimaforschern muss der Ausstoß an Treibhausgasen in den Industrieländern bis 2050 bis um 80 bis 95 Prozent reduziert werden. Auf jeden Deutschen entfielen dann weniger als zwei Tonnen pro Jahr. Bliebe es beim derzeitigen Reiseverhalten, würde das Klimakonto der Deutschen schon allein durch Reisen zur Hälfte geräumt.

„Die Menschen müssen ihr Reiseverhalten bewusster gestalten. Dies heißt konkret: Weniger und vor allem bei Fernreisen längere Aufenthalte, auf Umweltsiegel achten und die nicht vermeidbaren Emissionen kompensieren“, so Birgit Weerts. Jeder Urlauber sei für seinen Klimafußabdruck verantwortlich. Denn er wähle Reiseziel, Verkehrsmittel, die Unterkunft und die Freizeitaktivitäten.

Die Studie des WWF finden Sie hier ()

Den CO2-Rechner von WWF finden Sie hier


Quelle: WWF


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