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Mangelhafte Umweltinformation in Autoinseraten (21.08.2008)

Während bei Lebensmitteln jedes Gramm Fett deklariert wird, geizen Autoverkäufer mit Angaben zu Verbrauch, Energieeffizienz und CO2-Ausstoss. Die Hälfte aller Inserate verschweigen diese Daten ganz oder teilweise. Dies zeigt eine Untersuchung des WWF.


World Wide Fund For Nature (WWF)Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bei Autos bis 2012 im Durchschnitt auf 120 g/km zu senken. Die Schweiz ist weit entfernt davon: Der durchschnittliche CO2-Ausstoss eines Neuwagens liegt heute bei 183 g/km. Und die Autoindustrie zeigt wenig Interesse, den Konsumenten verbrauchsarme Wagen schmackhaft zu machen, wie eine Stichprobe von Autoinseraten zeigt. Der WWF hat 177 Inserate ausgewertet, die innerhalb einer Woche in 14 grösseren Zeitungen und Zeitschriften in der ganzen Schweiz erschienen sind. Erwähnt sind nur Marken mit mindestens zwei verschiedenen Inseraten in diesem Zeitraum.

Zwar werben mittlerweile praktisch alle Autofirmen mit ihrem ökologischen Engagement. Aber: In und zur Energieeffizienz zu finden. Und diese sind oft so klein oder so gut versteckt, dass man sie kaum lesen kann. Selbst Hersteller von Kleinautos wie dem Smart nutzen die Chance nicht, möglichen Käufern die vergleichsweise guten Werte detailliert zu präsentieren. Obligatorisch sind Umweltangaben gemäss Energieverordnung nur dort, wo mit grosser Leistung oder den Verbrauchswerten geworben wird.

Nur 50 Prozent aller Autoinserate sind vollständige Angaben zu CO2-Emissionen. Quelle: pixelquelleRecht gut schneiden Daihatsu und Suzuki ab. Bei Daihatsu ist der Verbrauch im Inserate-Haupttext aufgeführt. Suzuki hebt bei immerhin vier von fünf Modellen den Verbrauch gross hervor, auch die restlichen Angaben sind nicht zu klein gedruckt.

Die Schlusslichter heissen Mercedes, Nissan, Skoda und Chevrolet: In keiner einzigen Werbung machen sie irgendwelche Angaben zum Verbrauch. Auch Subaru fällt negativ auf: Keine andere Automarke gibt sich so viel Mühe beim Verstecken der Verbrauchs- und CO2-Werte.

„Die Werbung vermittelt den Käufern zu wenig Anreize, verbrauchsarme Wagen zu kaufen", sagt Ulrike Saul, Klimaexpertin des WWF Schweiz. „Sie muss dringend verbessert werden." Schliesslich können Verbrauchsangaben die Autokäufer und die Umwelt vor grossen Folgekosten bewahren. Damit Konsumenten umfassend über Verbrauch und Emissionen der Autos informiert werden, muss die Energieverordnung angepasst werden: Neu muss in Autoinseraten die Energieetikette dargestellt werden, die Informationen über Treibstoffverbrauch, CO2-Austoss und die Energieeffizienzklasse bildlich zusammenfasst. Bei Haushaltsgeräten ist diese schon heute Pflicht. Mit der Energieetikette ist sichergestellt, dass Autokäuferinnen und -käufer künftig keine Lupe mehr brauchen beim Lesen der Inserate.


Quelle: World Wide Fund For Nature (WWF)


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