klimAktiv.de
Co2-Rechner

Seite empfehlen

Klima-Allianz mahnt Merkel: Deutschland wird Klima-Bremser (10.09.2008)

Die Klima-Allianz forderte gestern (09.09.) Bundeskanzlerin Angelika Merkel in einem offenen Brief dazu auf, Deutschland wieder auf Klimaschutz-Kurs zu bringen und zu verhindern, dass Mitglieder ihrer Regierung gemeinsam mit Industrielobbyisten und deutschen Europa-Abgeordneten das EU-Klimaschutzpaket torpedieren.


Das Bündnis von 100 Organisationen beobachte mit Sorge, wie Deutschland zum Klima-Bremser zu werden drohe.
Das Klimabündnis (www.die-klima-allianz.de) ist ein Bündnis aus über 90 Organisationen, darunter der BUND; der WWF oder Brot für die Welt.

Nachfolgend der Original-Wortlaut:

offener Brief an Angela Merkel Bild:klima-allianzKein Ausverkauf beim Klimaschutz - Deutschlands Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
beim Frühjahrsgipfel im März 2007 wurde die EU zur Vorreiterin im Klimaschutz – das verdanken wir nicht zuletzt Ihnen und Ihrem Kabinett. Der Beschluss zur Senkung der CO2-Emissionen um 30 Prozent im Falle eines internationalen Abkommens geht auf Ihre Initiative zurück. Doch Europa muss auch weiterhin seine Ernsthaftigkeit beweisen: In den kommenden Monaten wird sich die Klimaschutzpolitik bis 2020 entscheiden.
Wir – ein Bündnis von 100 Organisationen – beobachten mit Sorge, wie Deutschland derzeit von der Öffentlichkeit unbemerkt zum Klima-Bremser wird. Ausgerechnet Ihre Bundesregierung scheint nun Hand in Hand mit Industrielobbyisten und deutschen Europa-Abgeordneten in Brüssel das EU-Klimaschutzpaket torpedieren zu wollen.

Bereits beim nächsten Gipfel der EU-Regierungschefs am 15. und 16. Oktober steht der Klimaschutz auf der Tagesordnung. Zu diesem Anlass bitten wir Sie eindringlich: Weichen Sie das 30 Prozent-Reduktionsziel nicht auf! Nur wenn die Treibhausgas-Emissionen europaweit bis 2020 um mindestens 30 Prozent gesenkt werden, lassen sich die verheerendsten Folgen des Klimawandels noch aufhalten. Die EU darf von diesem Ziel nicht abrücken, wenn sie einen drastischen Klimawandel verhindern will! Machen Sie den Emissionshandel zum zentralen Klimaschutzinstrument! Der Emissionshandel ist das wirksamste Instrument für eine Senkung der CO2-Emissionen in Europa – jedoch nur, wenn die Zertifikate in Zukunft versteigert werden. Die großen Klimasünder müssen endlich für ihre Emissionen bezahlen. Die kostenlose Zuteilung wird den deutschen Stromkonzernen bis 2012 voraussichtlich 46 Milliarden zusätzliche Gewinne einbringen – sie haben den Marktwert der umsonst erhaltenen Zertifikate einfach auf die Strompreise aufgeschlagen. Konzerne und Industrielobbyisten versuchen mit allen Mitteln, den Emissionshandel zu durchlöchern, um das Klima weiterhin umsonst belasten zu können.

Dabei gab es im Mai 2008 einen eindeutigen Beschluss des Bundestages: Die Bundesregierung wurde aufgefordert, im Stromsektor für eine Versteigerung von 100 Prozent der Emissionszertifikate einzutreten. Eine Aufforderung, die für die Bundesregierung bindend ist! Und dennoch tritt sie gerade bei diesem zentralen Klimaschutzinstrument hinter den Kulissen immer stärker auf die Bremse: Das Wirtschaftsministerium versucht mit Nachdruck, eine Versteigerung der Emissionszertifikate zu verhindern. Auch weiterhin sollen Summen in Milliardenhöhe auf die Konten der Stromkonzerne fließen. So will es Bundeswirtschaftsminister Glos – auf Kosten des Klimas und der Stromkunden. Für energieintensive Industrien fordert die Bundesregierung außerdem umfangreiche Ausnahmen, obwohl sie in der Regel keine Wettbewerbsnachteile durch eine Versteigerung befürchten müssen.

Der Emissionshandel kann seine volle Wirkung als zentrales Klimaschutzinstrument nur erreichen, wenn alle Emissionsrechte versteigert werden. Ausnahmen darf es nur für diejenigen geben, die konkret nachweisen können, dass ihnen schwerwiegende Wettbewerbsnachteile drohen und das nicht nur behaupten. Erkennen Sie nur echte Klimaschutzzertifikate an!
Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern, die dort CO2 reduzieren und dafür Emissionszertifikate in Europa einbringen – eine beliebte Praxis. In großem Stil angewandt, verzögert das notwendige Maßnahmen innerhalb Europas. Viele der Zertifikate entstammen zweifelhaften Projekten. Das verhindert Innovationen und die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze.

Nun arbeitet die Bundesregierung daran, dass in der EU in exorbitantem Umfang Emissionsgutschriften aus dem Ausland akzeptiert werden.
Dadurch können europäische Konzerne weiterhin dreckige Kohlekraftwerke betreiben und sogar neu bauen. Diese laufen mehrere Jahrzehnte und blockieren anspruchsvollen Klimaschutz.
Wir appellieren an Sie, Frau Bundeskanzlerin!

Klimaschutz ist eine Investition in die Zukunft. Verhindern Sie, dass Mitglieder Ihrer Regierung gemeinsam mit Industrielobbyisten und deutschen Europa-Abgeordneten das EU-Klimaschutzpaket zu einem Papiertiger machen!
Setzen Sie Ihre engagierte und zukunftsweisende Klimapolitik fort und bringen Sie Deutschland zurück auf Klimaschutz-Kurs!


Quelle: Klima-Allianz


Bundesumweltministerium

20.11.2008

Ministerpräsident Oettinger rät zum Direktsprung von Kernkraft zu Erneuerbaren Energien

Umweltminister von Bund und Ländern tagen in Speyer

Den Quellen von CO2 auf der Spur: neues Analysegerät auf dem Jungfraujoch

WWF und Capital: ’Ökomanager’ des Jahres 2008

EEA-Report 2008: «Weiter so» keine Option für Europas Energiesystem

Schlechte Startbedingungen für Klimakonferenz - aber gute Aussichten

Von Rio bis Kopenhagen - Etappen der internationalen Klimapolitik

Grundlagen: Das Kyoto-Protokoll

19.11.2008

World Energy Outlook 2008 in Berlin vorgestellt

Obama: USA sollen Führungsrolle im Kampf gegen Klimawandel spielen

Der Blaue Engel aktiv im Klimaschutz

Frankreichs Autofahrern droht Sonderabgabe - 160 Euro für viel CO2

Erste Windkraftanlage mit ATS-Hybridturm als Pilotprojekt

Dämmverfahren mit Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe ausgezeichnet

Neuartige Solarzellen aus Berlin-Adlershof

18.11.2008

Warnen vor steigendem Meeresspiegel: 'Land unter' am Berliner Dom

WWF kritisiert: Deutschland ist ein Klimaschutz-Drückeberger

PIK Potsdam: Diskussionspapier zu internationaler Klimapolitik

B-W hat erste Ergebnisse aus Forschungsprogramm 'Herausforderung Klimawandel'

Indien und Deutschland bauen Umweltzusammenarbeit aus

Moorschutz ist Klimaschutz

Umweltschutz in Indien - extrem in beiden Richtungen

Gabriel ruft vor Klimaverhandlungen zu neuer industrieller Revolution auf

17.11.2008

Gabriel: USA künftig «Lokomotive statt Bremser» beim Klimaschutz

Klimaneutrale Dienstreisen der Bundesregierung

Merkel: Klimaschutz nicht gegen Finanzkrise ausspielen

Untersuchung der Leistungsfähigkeit von Ökosystemen in Gebirgslandschaften

Schon über 100 internationale Klimaschutz-Projekte mit deutscher Beteiligung

Neue Daten vom Weltklimarat: Treibhausgas-Anstieg hält an

Wuppertal-Institut: Zur notwendigen klimapolitischen Modernisierung der Autoflotte

16.11.2008

Nachhaltigkeits-Rat warnt vor Zögern beim Klimaschutz

Gabriel will bei Stromerzeugung weiter auf Kohle setzen

Grüne wollen «neuen Aufbruch» - Ringen um realistische Energiepolitik

14.11.2008

Bundesregierung bei CO2-Emissionshandel optimistisch

WWF kritisiert World Energy Outlook: Bonsai-Format

Bilanz: Nachhaltigkeitsbericht gibt der EM `08 gute Noten

Brandenburg: Neues PraxisHaus öffnet - Handwerker als Energieberater

Umweltbundesamt gibt Tipps zum klimafreundlichen Heizen

Weihnachten naht: ‚Schlauer schenken und Geld sparen'

Grüne wollen Missbrauch von Klimaschutzmaßnahmen vorbeugen

Luxusauto ade? - Schweizer Initiative fordert Fahrverbot

RWE Innogy und Stadtwerke Troisdorf planen gemeinsames Biomasse-Heizkraftwerk

Lobby-Schlacht ums EU-Klimapaket - «Nicht in dunklen Hinterzimmern»

Klimawandel: Greenpeace eröffnet erstes Büro in Afrika

13.11.2008

Gabriel begrüßt EU Kommissions-Paket zur Versorgungssicherheit

EU-Kommission legt Vorschläge zur Sicherung der Energiezukunft vor

Umwelthilfe zu KfZ-Steuerpolitik: ‚Die Bundesbürger sind nicht so dumm’

Barroso will mit Energiespar-Vorhaben Wirtschaft ankurbeln

World Energy Outlook: Ära des billigen Öls ist vorbei - «Energierevolution» nötig

Steuerbonus für Neuwagen nur befristet - mehr Umweltschutz geplant

IPD stellt ersten Environment Code für gewerbliche Immobilien vor

Haussanierer-Wettbewerb

Rechenzentrum des Bundesumweltministeriums reduziert Stromverbrauch um 60 Prozent

Startschuss für Umwelttechnikpreis 2009 in Baden-Württemberg